Von Salzburg nach Singapur


30.000 Kilometer in 245 Tagen auf zwei KTM 790 Adventure R. Entlang der ehemaligen Seidenstraße. Was sich für viele wie ein verrückter Traum anhört, wurde für Florian Greger und Roman Schießl Anfang April diesen Jahres Wirklichkeit. Touratech begleitet die beiden beim größten Abenteuer ihres Lebens.

Unser Aufenthalt in Ostanatolien hat sich unfreiwillig verlängert, da der Iran seit Mitte April spontan beschlossen hat, die alte 250 ccm Regulierung nun spontan und sehr strikt umzusetzen. Trotz aller vorhandenen Papiere wurden wir an 3 verschiedenen Grenzübergängen von iranischen Zollbeamten zurückgewiesen. Nun mussten wir eine zusätzliche 3.000 km Strecke in Kauf nehmen: über Naxcivan, nochmal zurück in die Türkei und anschließend über Georgien nach Armenien, wo uns die Hilfe eines in der Reiseszene bekannten Kontaktmanns für eine Sondergenehmigung zu einem Iran-Transit in Aussicht gestellt wurde.

Dieser Umweg bescherte uns aber keines Falls nur Missmut, sondern auch entspannte Momente am türkisblauen Wasser des Van-Sees, erholsame Tage in den Weinbergen von Georgien und schlammige Offroad-Pisten in Armenien, die uns nochmal herausgefordert haben bevor der entscheidende Grenztag zum Iran bevorstand. Nach zahlreichen Stunden im Niemandsland durften wir endlich bei Versuch Nummer 4 passieren und waren überglücklich als einer der wenigen Reisenden (bis dato 2019) selbst im Sattel der KTM 790 Adventure R den Iran in 8 Tagen durchqueren zu dürfen. Die iranische Bevölkerung erwartete uns mit überschwänglicher Gastfreundschaft, so dass es für uns oftmals nicht leicht war, den Schlafplatz im Haus auszuschlagen und unseren idyllischen Zeltplatz vorzuziehen.

So konnten wir in vollen Zügen die Natur der Berge und Wüste genießen - die Sightseeing Highlights der Städte blieben uns aufgrund des Zeitdrucks leider verwehrt, so dass wir auf alle Fälle wieder kommen müssen! Mit Turkmenistan erwartete uns nach Nordkorea der zweit totalitärste Staat der Welt, was uns bei der mühsamen und langwierigen Einreise- sowie Geldwechsel-Prozedur eine erste Idee geben sollte: Den tatsächlichen „Straßenkurs“ erfährt man nur unter vorgehaltener Hand, was die starke Inflation wohl verheimlichen soll.

Die „weiße Stadt“ Ashgabat ist wie auf dem Reißbrett entworfen uns protzt mit Status-Denkmälern des Präsidenten. Die darauffolgenden Karakum-Wüste ist ein brutaler Gegensatz zu Land und Infrastruktur - Hier müssen wir uns tatsächlich vor Kamelen in Acht nehmen, die unerwartet auf der von Schlaglöchern übersäten Buckelpiste namens „Straße“ auftauchten. Am brennenden Gas-Krater von Derweze bietet uns ein Ziegenhirte spontan seine Jurte an und bekocht unsere gesellige Runde von 5 Motorradreisenden köstlich, so dass wir genug Zeit haben das Feuer-Schauspiel im Campingstuhl zu genießen.

Nach 4 Tagen Transit durch Turkmenistan sind wir ehrlich gesagt etwas erleichtert Usbekistan zu erreichen, was deutlich bessere Infrastruktur und hoffentlich weniger staatliche Überwachung für deren Einwohner bereithält.

Wir haben in 3 Wochen die Türkei durchquert und befinden uns nun in Ostanatolien. Diese Region der Türkei beeindruckt uns mit engen Schluchten und imposanten Stauseen. Wir erkunden abgelegene Täler entlang von idyllischen Gebirgsbächen - wie bei unserer Fahrt über eine Hängebrücke.

Ihren Anfang nahm die Reise schon vor über einem Jahr in einem Salzburger Ingenieurbüro, in dem sich Roman und Florian als Kollegen ursprünglich kennen gelernt hatten. Eine Weltkarte an der Wand brachte die beiden mitten im stressigen Büroalltag auf den Gedanken, dem Trott einfach einmal den Rücken zu kehren und die Welt zu entdecken – am liebsten auf dem Motorrad. Die spontane Idee setzte sich in den Köpfen fest und formte sich zu einem Plan: Eine Motorradreise entlang der ehemaligen Seidenstraße – einer der längsten befahrbaren Landwege der Welt...im Travel Time 01 und 02/19 sowie hier auf unserer Webseite könnt Ihr die Geschichte weiter verfolgen.

Kategorie: Adventure | Travel